24.06.2023, 18:45
Kiss me on the mouth and set me free
War es moralisch verwerflich? Vielleicht. Hatte er ein schlechtes Gewissen? Mitnichten nein! Alexander stieg aus der schwarzen Limousine, nickte seinem Fahrer zu und blieb für einen Augenblick vor dem Hoteleingang stehen. Er schloss den Knopf an seinem Jackett, strich die Ärmel noch einmal Glatt und setzte sich dann in Bewegung. Die flimmernde Hitze von San Francisco wurde durch die angenehm laufende Klimaanlage in Schach gehalten, als er die Lobby betrat und seinen Blick schweifen lies. Alexander hatte diesen Ort gewählt, ein Hotel das seinen Ansprüchen gerecht wurde, aber ebenso für seine Diskretion bekannt war. Die Suite die er für diesen Abend und den darauffolgenden Tag gemietet hatte würde für sein Vorhaben genügen. Seit zwei Monaten trieb ihn Baby bereits sein Unwesen in seinem Verstand, raubte ihn den Schlaf und lies seine Finger nach viel mehr zucken als einer weiteren Textnachricht auf seinem Handy. Das ganze hatte unschuldig begonnen, hatte sich aber innerhalb von wenigen Wochen zu viel mehr gesteigert als das er es jemals für möglich gehalten hatte. Und jetzt?
Als Nathaniel die Anzeige auf seiner kleinen Website eingestellt hatte … zum Teufel da hatte Alexander nicht anders reagieren können. Der Gedanke das sein Junge von jemand anderem als ihm selbst berührt wurde? Es schien einem Sakrileg gleichzukommen und so hatte es ihm kaum einen Wimpernschlag gekostet um einen gewissen Betrag in das kleine Feld einzutippen und auf Senden zu drücken. Danach hatte er sich mit beruhigtem Gewissen zurücklehnen können um sicher zu sein das Niemand, wirklich Niemand anderes seinen Jungen für sich nehmen würde.
Wenn es nach Alexander ginge würde er Nathaniel ganz für sich haben wollen, das er deswegen vielleicht etwas zu dick auftrug? Gott wem kümmerte es denn, ihn gewiss nicht! Der Geschäftsmann entdeckte ihn bereits nach dem ersten kurzen Schweifen seines Blickes durch die großzügige Lobby des Hotels. Einen Augenblick nahm er sich Zeit um seinen Jungen zu betrachten oder das was ihm durch seine Rückenansicht preis gegeben wurde. Es war nicht viel und doch … es ließ seine Finger bereits kribbeln, in seinem Bauch begann eine angenehme Hitze aufzusteigen. Langsam setzte er sich mit gemäßigten Schritten in Bewegung, bis Alexander schließlich Nathaniel erreichte und sich neben ihm an die Bar lehnte. ,,Hallo Baby!“ seine Stimme war leise, der Barkeeper war weit genug von ihnen entfernt um es nicht zu hören. Der Blick des jungen Mannes schnellte hoch und Alexander zwang sich ruhig durch die Nase einzuatmen als ihn die exquisite Schönheit traf mit der Nathaniel gesegnet worden war. Bilder und eine Kamera kamen nicht einmal ansatzweise an das Ware ausmaß heran, an die pure Natürlichkeit und dem was seinen Mund trocken werden lies.

