04.07.2023, 12:22
Ein Ende ist ein Anfang ist ein Ende
Okay. Kochen durfte er nicht. Das war ernüchternd, aber Nathaniel lächelte das Gefühl weg, wie man es ihm beigebracht hatte. Er würde schon irgendwas finden, wie er sich beschäftigen konnte. Oder er würde einfach verrückt werden vor lauter Langeweile. Er war sich nämlich ziemlich sicher, dass das sein vorherrschendes Gefühl sein würde, wenn seine Angst sich erst mal gelegt hatte.
„Sicher“, erklärte er dann also, als hätte es wirklich eine Wahl gegeben und ging mit Alexander nach draußen um sich dort hinzusetzen und den Blick schweifen zu lassen. Der Ausblick war wirklich wunderschön und seine Augen folgten kurz einem Vogel der über das Meer glitt. Zumindest, bis Alex ihn ansprach und er einen imaginären Punkt irgendwo in der Ferne fixierte. Die Worte hallten in seinem Kopf nach und er... verstand sie und verstand sie auch nicht. Sie klangen vielleicht nett und wohlwollend, aber sie passten nicht zu dieser Situation. Passten nicht dazu, dass Alex ihn <i>gekauft</i> hatte. Vielleicht hatte er jetzt nicht vor ihm weh zu tun oder Dinge gegen seinen Willen zu tun, aber wie würde es aussehen, wenn er erst mal die Geduld mit ihm verlor oder er irgendwas falsch machte und der Ältere sich dann daran erinnerte, dass er jedes Recht gekauft hatte mit ihm zu machen, was er wollte? Wie lang würde es dann dauern, bis dieses degradierende Halsband wieder an ihm wäre? Er war gerade zu realistisch um wirklich zu glauben, was Alex sagte.
„Was sind meine Regeln?“, fragte er dann also gerade heraus, denn offenbar gab es welche. Das Armband diktierte ihm, welche Bereiche er betreten durfte und welche nicht. Kochen war auch nicht erlaubt. Er konnte sich kaum vorstellen, dass das alles war. „Ich mein... du hast mich doch nicht.. für Nichts hergeholt...? Was... soll ich hier machen? Was sind meine Aufgaben?“ Das waren deutlich mehr Worte, als er den Rest des Tages gehört hatte und noch immer war er unsicher und ängstlich, aber er wollte Klarheit haben. Fast wäre es ihm lieber, Alex hätte ihn wirklich einfach in dem schnieken Himmelbett genommen. Dann wüsste er wenigstens, woran er war und worauf er sich die nächsten Jahre einstellen konnte.

