04.07.2023, 19:53
Oops. Überraschung!
Die beiden Eiswürfel in seinem Glas waren schon lange geschmolzen und hatte den Bernsteinfarbenen Whiskey deutlich aufgehellt. Alexander blickte, ohne wirklich etwas von der Dunkelheit, die sich bereits vor einigen Stunden über das Anwesen gelegt hatte, zu sehen aus den hohen Fenstern die sein Büro umrahmten und bei Tageslicht einen Atemraubenden Blick über das Meer boten. Seine Geschäfte liefen gut, keine wirklichen Probleme und als er vor zwei Wochen nach Bukarest hatte fliegen müssen war alles Reibungslos verlaufen. Mittlerweile, nach mehr als zwanzig Jahren im Geschäft, seitdem sein Vater an Krebs gestorben war, liefen diese Dinge schon fast von selbst. Er hatte Mittelsmänner, fähige Männer die vor Ort die Dinge übernahmen und er musste nur erscheinen wenn es wirkliche Probleme gab und die hatte es schon seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Irgendwann einmal hatte er den Traum gehegt an ein Collage zu gehen, zu studieren und dann vielleicht sogar einen Beruf anzunehmen, einen indem er sein Geld ehrlich und aufrichtig verdiente. Dieser Traum war schon vor vielen Jahren begraben worden, mit dem Gefühl des Rückstoßes einer Waffe und der Hirnmaße eines Mannes der auf den Boden spritze. Die Dinge hatten sich danach aneinander gereiht und schienen nur natürlich zu sein. Alexander war von Natur aus kein Gewalttätiger Mann. Gewalt war in seinen Geschäften und damit auch in seinem Leben ein wichtiger Bestandteil, es war Notwendig aber er wandte sie immer nur dann an wenn es wirklich angebracht war. Bei seinen Geschäftskunden war er angesehen und geschätzt, denn niemand von ihnen wollte wirklich das erwecken was in den tiefen von Alexander schlummerte das was entfesselt worden war als Samuel getötet worden war.
Mit einem Seufzer fuhr er sich mit der Hand über die müden Gesichtszüge und leerte das Kristallene Glas Whiskey, bevor er sich erhob und den Laptop auf dem Schreibtisch zuklappte. Drei Monate waren vergangen seitdem er Nathaniel, den Jungen Mann zu sich geholt hatte. Seitdem hatten sie regelmäßig Mahlzeiten geteilt und sich langsam angenähert, es war noch immer zerbrechlich das was zwischen ihnen war und richtig klassifizieren konnte Alexander es noch immer nicht, nur eines schien immer klarer er mochte den Jungen zusehends.
Sein Weg aus dem Arbeitszimmer in Richtung der Küche war schnell hinter sich gebracht und er runzelte die Stirn als er unter der geschlossenen Tür Licht durchschimmern sah. Er hatte sich eigentlich nur noch ein Glas Wasser holen wollen, bevor er sich zu seinem Schlafzimmer im oberen Teil des Anwesens begeben würde. Nach einem kleinen Augenblick des Zögerns, drückte er die Klinke herunter und öffnete die Tür einen Spaltbreit. Der Anblick der ihn dort empfing ließ ihn die Stirn runzeln und doch die Tür ein Stück weiter öffnen.
Mit dem Rücken zu ihm stand der Junge Mann und summte leise vor sich hin, während er mit sichtlich routinierten Bewegungen etwas auf einem, vor ihm liegenden Brett zerkleinerte. Nathaniel trug Schlafkleidung, die sich locker an seinem schlanken Körper schmiegte. In den vergangenen Monaten hatte er aufgrund des guten Essens von Martha schnell das verlorene Gewicht wiedererlangt und auch wenn die Situation nicht die beste war. Alexander lehnte sich in den Rahmen der Tür und konnte sich ein sanftes Lächeln nicht verhindern als er den Jungen Mann weiter beobachtete. Er war wunderschön, selbst um 2 Uhr Nachts und in einfacher Kleidung … die Wärme in seiner Brust nahm erneut zu.

