04.07.2023, 21:14
Oops. Überraschung!
Dass Alex sich ihm näherte, sorgte nicht dafür, dass Entspannung in Nathaniels Körper kam. Ganz im Gegenteil. Ihn anzusehen traute er sich gerade nicht und brauchte einige Momente, bis er dieser Aufforderung nachkam und die Tränen dann nicht mehr zurückhalten konnte. Dann in die Arme des Älteren gezogen zu werden, war im ersten Moment nur noch beängstigender, aber Alexander war geduldig mit ihm, hielt ihn so lange fest, bis die traumatisierte Seele im Herzen des Jüngeren registrieren konnte, dass Alex gerade Schutz wahr und keine Gefahr. Und dann, kaum zu glauben, hoben seine Arme sich und legten sich um den starken Rücken, während zeitgleich ein Damm beim Jungen zu brechen schien und unter bebenden Schluchzern scheinbar all das rausließ, war er so lang verdrängt und in hintere Kammern seines Kopfes geschoben hatte.
Eine ganze Weile blieben sie so einfach stehen, ehe Nathaniel etwas beschämt schluckte. „Es.. ist okay. Du kannst mich jetzt los lassen.“Wie lange hatte er gerade in den Armen Alexanders gelegen und einfach nur geheult wie ein kleines Kind? Gosh. Peinlicher ging es wohl kaum. Peinlich berührt löste er sich. „Es tut mir leid, ich weiß.. dass du das nicht willst. Aber ich konnte nicht schlafen und vor zwei Wochen ist es dir nicht aufgefallen, also... ich dachte, du schläfst.“ Mit verheulten Augen blickte er zu dem Gemüse. „Darf ich... weiter machen..? Bitte?“ Es beruhigte ihn einfach in der Küche zu arbeiten.
Und auch wenn er sich nach seinem kleinen Ausbruch gerade tatsächlich ziemlich erschöpft fühlte und wahrscheinlich schnell einschlafen könnte, hatte er genau davor Angst. Er wollte nicht wieder von früher träumen. Er sah zu Alex. „Wenn du willst, kannst du mir auch helfen.“ Auch wenn er den Anderen noch nie in der Küche hatte arbeiten sehen. War doch immer irgendwann das erste Mal.

